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Archiv: Veranstaltungen 2012

  EU und Russland - wer braucht wen mehr?                 - Programm  -
    Freitag, 14.12.2012, 15:00 bis 18:00
    "Bürgerstuben" ,
 Uferstrasse 10, 14542 Werder (Havel)

Die Gesellschaft für Europa- und Kommunalpolitik hatte zu dieser Veranstaltung mit dem Hinweis eingeladen, dass "je nach Blickwinkel das Bild eines demokratischen Russland hierzulande zwischen Putin und Potemkin, der gefühlten Abhängigkeit von russischen Energieversorgungsleistungen und den ökonomischen Chancen eines riesigen Absatzmarktes für die EU, Deutschlands und somit auch Brandenburgs schwankt. Die Diskrepanz zwischen zivilrechtlichen Fortschritten und realwirtschaftlichem Aufschwung (Stichwort: BRIC- Staaten) erfordert ein genaues Hinsehen. Welche Beziehungen bestehen tatsächlich zwischen den politischen Institutionen der EU und Russlands? Wie einseitig oder vielfältig sind die wirtschaftlichen Verflechtungen? Welche Kooperationen bestehen auf der Ebene der Zivilgesellschaft? Und vor allem: welche Perspektiven haben vor diesem Hintergrund die Beziehungen zwischen der EU und Russland unter Berücksichtigung der Rolle Brandenburgs?

Diesen Fragen stellten sich auf der Veranstaltung:

Norbert Glante MdEP,
Dr Aschot Manutscharjan, Publizist
Dirk Sager, Journalist
Axel von Hoerschelmann, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten
Jens Ullmann , IHK Potsdam
Jan Engelke, Dt.-Russisches- Forum e.V.
Herr Wolf , BAZ Selbelang e.V.

Nach einer Begrüßung durch den Moderator Thomas Heineke für den Veranstalter sowie Frau Hess und Herrn Hubert für die mitveranstaltende Europa Union Brandenburg umriss Herr Manutscharjan das Thema. Dabei verwies er auf das widersprüchliche Bild, welches das heutige Russland zeigt: Einerseits ein Land mit wirtschaftlicher Prosperität, welche wesentlich auf dem Rohstoff-Reichtum Russlands beruht, andererseits gesellschaftliche und strukturelle Schwächen. So ging er auf die Rede des russischen Präsidenten Putin vom gestrigen Tage ein, in dem dieser ausländisches Kapital aufgefordert hatte, in Russland zu investieren. Manutscharjan stellte kontrastierte dies mit Zahlen, nach denen ein Großteil des erwirtschafteten russischen Kapitals nicht im Land selbst, sondern im Ausland investiert werde. Dirk Sager ergänzte diese Ausführungen durch eigene Erfahrungen der starken Kontraste, die er bei seinen Reisen als Journalist durch das große Flächenland erlebt hatte, sowie mit Erfahrungen in Interviews mit Präsident Putin. Die erste Informationsrunde beschloss Norbert Glante mit der Darstellung von Erfahrungen, die er als Mitglied des Europaparlaments in Kontakten mit russischen Partnern gesammelt hat.

Die zweite Runde nach einer Kaffeepause leitete Axel von Hoerschelmann mit einem historischen Rückblick auf die brandenburgisch-russischen Beziehungen. Ergänzend refereierten anschließend Herr Ullmann und Herr Engelke über aktuelle Situation insbesondere bei der Gestaltung der Wirschaftsbeziehungen. Sie wiesen auf die Probleme hin, die sich aus mangelnder Rechtssicherheit für deutsche Investoren in Russland ergäben. Insbesondere Herr Ullmann betonte, dass sich ein Engagement in Russland für beide Seiten dann lohne, wenn man sich zuvor eingehend mit den vor-Ort-Realitäten beschäftigt habe. Nichtsdestoweniger sieht auch insbesondere die IHK die Notwendigkeit einer Entwicklung zu mehr Rechtssicherheit in Russland. Gerade die mittelständische Wirtschaft sei erfahrungsgemäß der Motor auch demokratischer Entwicklungen in Gesellschaften sowie der lokalen Wertschöpfung, aber gerade sie sei angewiesen auf verlässliche staatliche Rahmenbedingungen - und bei Problemen aufgrund der meist nicht übermäßigen Kapitaldecke besonders anfällig. Abschließend berichtete Herr Wolf vom Berufs-Ausbildungszentrum BAZ Selbelang von ihrem Projekt zur Weiterbildung von Fachleuten mit russisch-deutschem Hintergrung, um sich in 10-monatigen Lehrgängen in den Bereichen insb. ökonomischer und rechtlicher Voraussetzungen beider Länder weiter zu qualifizieren.

Im Anschluss wurde z.T. kontrovers über die vorgestellten Informationen diskutiert. So stellten auch Teilnehmer aus dem Publikum ihre Erfahrungen bei beruflichen Aufenthalten in Russland vor. Auch wurde in Frage gestellt, ob westliche Vorstellungen über demokratische Strukturen zum Maßstab für Erwartungen an Russland gemacht werden konnten.

Die Veranstaltung wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten gefördert.


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