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Archiv: Veranstaltungen 2012

EU - Themenjahr 2012:                                                                    Programm 
 „Aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen
  in Zeiten des Demographischen Wandels“

    Freitag, 23.11.2012, 15:00 bis 18:00
    Haus der Bildung und Technologie
, Berliner Strasse 52 e, 16303 Schwedt

Auch in 2012 hatte die EU mit dem Motto „Aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ ein zentrales gesellschaftliches Thema unserer Zeit in den Mittelpunkt des „Europäischen Themenjahr“ gestellt. Die Hauptziele, die die Europäische Kommission und die Bundesregierung mit dem Europäischen Jahr 2012 verfolgt, sind die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu verbessern, damit sich auch ältere Menschen in die Arbeitswelt einbringen können, weiterhin die Förderung Gesellschaftlichen Engagements und ein Altern in Gesundheit, sowie Unterstützung der Solidarität zwischen den Generationen.

Um die Auswirkungen dieses Themas für den Landkreis Uckermark und mit Blick auf den Nachbarn Polen zu thematisieren, referierten:

Helmut Scholz MdEP,
Angelika Stuke, Staatskanzlei
Dr. Peter Schwitzer, Alternsforscher
Gerald Lemke, Chojna-Gryfinoer Vereinigung
Felix Brannaschk, Junge Europäische Bewegung

Vor rund 30 Teilnehmer/innen begrüßte zunächst Hans-Peter Hubert als Moderator die anwesenden Gäste auf dem Podium sowie Frau Kristina Hasenjäger von der "Initiative 100x Neues Leben", einem Projekt des Regionalen Fördervereins. Anschließend skizzierte zunächst Dr. Schwitzer der Rahmen der allgemeinen demographischen Entwicklung in Europa, Deutschland und Brandenburg. Dr. Schwitzer, inzwischen selbst "Aktiv im Ruhestand", war lange Jahre am Deutschen Institut für Alternsforschung und Bedauerte, dass die vorgelegten Altenberichte von der Politik zu wenig wahrgenommen bzw. die Empfehlungen kaum in politisches Handeln Eingang gefunden hätten. Anschließend stellte Frau Stuke von der Staatskanzlei Brandenburg kurz das DART Projekt vor, an dem sich Brandenburg in den letzten Jahren beteiligt hat. Sie gab unter anderem zu Bedenken, dass der Demographieprozess als solcher ein "schleichender" ist, der in der Regel zwar in der öffentlichen Diskussion sei, jedoch nicht als "Bruch" von heute auf morgen wahrgenommen wird, so dass auch die Notwendigkeit politischer Reaktion darauf oft nicht so gegeben sei. Herr Scholz stellte noch einmal den Rahmen des Themenjahres aus Europäischer Sicht dar und wies insbesondere darauf hin, dass die Politik möglichen sozialen Verwerfungen durch den demographischen Wandel begegnen müsse. Felix Brannaschk von den Jungen Europäern gab einleitend offen zu, dass das Themenjahr bislang weitgehend an der Wahrnehmung seiner Altersgenossen vorbeigegangen sei, was er als Defizit vermerkte: Bei der Vorbereitung auf die Veranstaltung sei für ihn klar geworden, dass Themen wie das Zusteuern einer Gesellschaft auf eine "Rentnerdemokratie" oder Fragen von Verteilungsgerechtigkeit, Individualisierung versus Solidarität zwischen den Generationen oder die Frage, ob es im "alternden" Europa noch den bislang gewohnten Wohlstand geben könne, drängende Fragen auch für die Jugend seien. Er machte den vorwiegend älteren Teilnehmer/innen der Veranstaltung deutlich, dass z.B. Ansätze, das Demographieproblem über die Förderung von Familien zu lösen, nur funktionieren würde, wenn jungen Menschen z.B. eine sichere Berufsperspektive geboten wird - etwas, das ja gerade heutzutage ein Problem darstellt. Die Einführungsrunde beschloss Gerald Lemke, Vorsitzender der Chojna-Gryfinoer Vereinigung aus dem Nachbarland Polen, mit sehr interessanten und anschaulichen Darstellungen der Situation in Polen: Auch wenn Polen als Staatsgebilde in einigen Bereichen anders strukturiert sei als Deutschland (z.B. zentralisierter Staatsaufbau), so sei insbesondere die demographische Entwicklung sehr vergleichbar zu der in Deutschland. Dies würde zwar wahrgenommen, jedoch stünden Strategien zum Gegensteuern auch hier noch sehr am Anfang.

Nach der Kaffeepause stellte als praktisches Regionalbeispiel Frau Hasenjäger, z.T. in direktem Austausch mit den anwesenden Teilnehmer/innen, die Arbeit ihres Projekts vor. In der anschließenden Diskussion wurde noch einmal festgestellt, dass das ja bereits auslaufende EU-Themenjahr 2012 eine geringe Beachtung gefunden hat, speziell auch mit dem "zweiten" Thema der "... Solidarität zwischen den Generationen". Betont wurde noch einmal, dass ohne eine überzeugende Familienpolitik das demographische Problem kaum gelöst werden kann. Hier gab es den Widerspruch, dass einerseits festgestellt wurde, dass - siehe die Aktiengewinne auch in Zeiten der Euro-Krise - nicht objektiv zu wenig Geld zur Förderung sozialpolitischer Maßnahmen vorhanden sei, sondern es ein "Verteilungsproblem" gebe, andererseits sich die Gesellschaft jedoch künftig noch mit Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben einstellen müsse. Angesprochen wurde auch eine "falsche Medialisierung" des Themas insofern, dass von den Medien gern "skandalisierende" Themen aufgegriffen werden (Stichwort: "Krieg der Generationen"), dies aber selten die reale Situation beschreibe.

Im Anschluss an die Diskussion konnten sich alle Teilnehmer/innen noch bei einem kleinen Imbiss in lockerer Runde austauschen.



Die Veranstaltung wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten gefördert.

 

 


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